Agile Optimierung in Produktion und Montage

Agile Optimierung in Produktion und Montage

Adrian Weiler

Adrian Weiler

Geschäftsführer INFORM GmbH

Die Zeiten optimistischer Planung gegen unbegrenzte Kapazitäten sind vorbei: Moderne Fertigungs- und Montageprozesse müssen mit einem hohen Grad an Individualisierung sowie einer ausgeprägten Diversität von Materialien, Produkten und Arbeitsschritten zurechtkommen. Termintreue und effiziente Durchlaufzeiten gelingen nur noch mit zentraler Steuerung wie zum Beispiel im Rahmen der Agilen Optimierung: Die Strategie hat zugleich sämtliche real begrenzte Ressourcen und das Unternehmensziel als Ganzes im Blick. Im Umgang mit vielschichtigen Fertigungsnetzen zielt sie darum auf eine marktsynchrone Produktion.

Herausforderungen einer marktsynchronen Produktion

Die auftragsorientierte Einzel- und Kleinserienfertigung im Maschinen- und Anlagenbau ist eines der typischen Einsatzfelder der Agilen Optimierung. Sie zielt auf eine marktsynchrone Produktion, also eine termintreue Fertigung ohne Rückstände. Doch auf dem Weg zu einem sicheren Prozess liegen den fertigenden Unternehmen gleich mehrere Stolpersteine im Weg:

  • Die Produktionspläne großer Produzenten enthalten oft hunderte Aufträge mit bis zu hunderttausenden einzeln geplanten Arbeitsvorgängen. Sie alle müssen aufeinander abgestimmt sein.
  • Zahlreiche unerwartete Umstände wie Lieferverzug, Material- oder, Maschinenfehler, Werkzeugbruch, aber auch kurzfristig geänderte Kundenwünsche und Eilaufträge stellen den Plan alltäglich immer wieder in Frage.
  • Auf der einen Seite gibt fortschrittliche Sensorik Auskunft über wichtige Entscheidungsdaten wie Maschinenkapazitäten und Betriebszustände. Auf der anderen führt ein Mehr an Daten allein noch zu keiner Optimierung. Ohne algorithmische Hilfe fehlen die Kapazitäten, diese für das gesamte Fertigungsnetz zu interpretieren.

Komplexität jenseits menschlicher Möglichkeiten

Mit der Digitalisierung eröffnen sich Unternehmen neue Möglichkeiten, die im Mittelstand bislang noch häufig ungenutzt bleiben. Oft koordinieren die Verantwortlichen Liefertermine immer wieder neu, wenn eine kleine Alltagsstörung den bestehenden Produktionsplan umgeworfen hat. Es gibt klare Anzeichen dafür, dass die Komplexität der Situation die Möglichkeiten einer intuitiven Planung übersteigt:

  • Umfangreiche Fehlteillisten
  • Hoher Stundenrückstand
  • Niedrige Termintreue

Die Agile Optimierung begleitet den gesamten Prozess, sodass sich frühzeitig Engpässe identifizieren, Arbeitsgänge priorisieren und umplanen lassen. […] Treten Veränderungen auf, helfen die im Rahmen der Agilen Optimierung eingesetzten Algorithmen, diese schnell zu berücksichtigen und dabei vor allem deren Auswirkungen auf das Ganze zu überblicken.

Quelle: Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare Digital managen. (2018)

Agile Optimierung von Losgröße 1 bis zur Großserie

Intelligente Planung für eine agile Produktion

Um trotz dieser hohen Anforderungen mit den bestmöglichen Ergebnissen zu produzieren, ist es nötig, auch unter Zeitdruck intelligent zu entscheiden. Dafür ist eine Strategie notwendig, bei der alle Arbeitsgänge und Aufträge mit dem Ziel einer optimalen Gesamtplanung in der richtigen Reihenfolge bearbeitet werden.

In der Produktionsplanung ist Agile Optimierung in der Lage, den Fertigungsplan tagesaktuell immer wieder neu an die Gesamtsituation anzupassen. Dabei lassen sich bis dahin unerkannte Kapazitäten nutzen und in Chancen verwandeln. So kommt es häufig vor, dass Arbeitsschritte neu geordnet werden müssen. Das Verschieben eines Auftrags kann dann dazu führen, dass spontan Fertigungskapazitäten verfügbar werden, die für einen eigentlich verspäteten Auftrag genutzt werden können.

Im Rahmen der Agilen Optimierung eingesetzte Algorithmen sind in der Lage, auch diese neuen Kapazitäten sofort in die Planung miteinzubeziehen, da sie immer den gesamten Betriebszustand im Blick haben. Somit ergibt sich ein ungeahnter Freiraum, andere Aufträge vorzuziehen. Im besten Fall können so Verzögerungen wieder ausgeglichen werden.

Ein Blick in die Praxis: Agile Optimierung in der Produktion

1. Wie die Agile Optimierung für eine transparente Fertigung und für mehr Wachstum sorgt, zeigt die Erfolgsgeschichte von PILLER Blowers & Compressors, einem Hersteller von Industrie-Ventilatoren.

2. Für den Maschinen- und Anlagenbauer SCHULER wurde die termingerechte Fertigung aufgrund zunehmender Komplexität und Störungen immer mehr zur Herausforderung. Wie die Agile Optimierung die Wettbewerbskraft des Unternehmens gestärkt hat, veranschaulicht diese Erfolgsgeschichte.

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