Agil optimiert Entscheidungen treffen

Digitale Entscheidungskompetenz & eine agile Management-Strategie: Unerwartete Situationen mit Algorithmen meistern

Adrian Weiler

Adrian Weiler

Geschäftsführer INFORM GmbH

Die Strategie der Agilen Optimierung ist die konsequente Digitalisierung operativer Managemententscheidungen durch entscheidungsintelligente Algorithmen. Durch deren punktuellen Einsatz lassen sich komplexe Entscheidungsprobleme jederzeit optimal lösen, denn selbst auf unerwartete Ereignisse des betrieblichen Alltags wird schnell mit unmittelbaren Handlungsvorschlägen reagiert. Bei all dem verbleibt die Entscheidungskompetenz allerdings beim Menschen.

Agile Optimierung – was bedeutet das?

Vordenker Adrian Weiler erklärt, was sich hinter der Strategie der Agilen Optimierung verbirgt:

Bei der Agilen Optimierung spielen verschiedene Aspekte und Anwendungsbereiche eine wichtige Rolle, welche im Folgenden beleuchtet werden:

  1. Die Prozessgestaltung: Die Management-Strategie muss sich den Faktoren, welche die Abläufe beeinflussen, anpassen.
  2. Mensch-Maschine in der Digitalisierung: Der Ansatz der Agilen Optimierung fußt auf einer starken Interaktivität zwischen Mensch und Maschine.
  3. Analytische IT-Systeme & konkrete Handlungsempfehlungen: Ein zielgerichteter und vorausschauender Umgang mit Daten ermöglicht, konkrete Handlungsempfehlungen durch das IT-System zu erhalten.
  4. Agile Optimierung in der Praxis: Ob Logistik, Supply Chain Management, Produktion oder Betrugsprävention – die Management-Strategie unterstützt mit digitaler Entscheidungskompetenz im Alltagsgeschäft.


4 Möglichkeiten Entscheidungen zu treffen

Komplexität und Unvorhersehbarkeit bringen Unternehmen an ihre Grenzen. Erst recht, wenn es darum geht, die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Genau hier setzt die Agile Optimierung an. Der Quadrant der Managementstrategien gibt eine entscheidende Hilfestellung, welche Strategie für welchen Prozess die adäquateste ist. 

Quadrant der Management-Strategien

Interne sowie externe Faktoren bestimmen die Strukturen sowie Prozesse eines jeden Unternehmens. Dennoch ist es unabdinglich, Prozesse effizient in den gegebenen Rahmenbedingungen zu steuern. Je nachdem wie stark die Dimensionen „Komplexität“ und „Unvorhersehbarkeit“ ausgeprägt sind, bieten sich vier unterschiedliche Strategien an, um die Abläufe im Unternehmen zu gestalten und Entscheidungen zu treffen:

  1. Lean Management: Bei weniger komplexen Abläufen, wie zum Beispiel in der klassischen Serienfertigung, finden sich gut standardisierbare Projekte und kaum Unvorhersehbarkeit. In solchen Fällen erzielen Unternehmen mit einem Lean Management effiziente Ergebnisse.
  2. Gute Planung: Wo die einen Unternehmen schlank und verschwendungsfrei aufgestellt sind, stehen andere Unternehmen komplexeren Abläufen gegenüber. Hier gilt: Je komplexer die Struktur, desto wichtiger ist es, fundiert zu planen.
  3. Improvisation: Unternehmensprozesse, die wenig Komplexität aufweisen und dennoch zunehmend überraschenden Vorfällen ausgesetzt sind, lassen sich mit einem gesunden Maß an Improvisationsvermögen und Erfahrung steuern.
  4. Agile Optimierung: Wenn Betriebe gleichzeitig mit einer hohen Komplexität, vielen Unplanbarkeiten sowie Zeitdruck umgehen müssen, stoßen reguläre Planungsmethoden und der „gute Menschenverstand“ an ihre Grenzen. Vor allem angesichts der Fülle an Entscheidungsmöglichkeiten etabliert sich die Agile Optimierung als angemessene Strategie.

Algorithmen gezielt einsetzen

Sich für eine einzige, unternehmensübergreifende Strategie zu entscheiden, bringt kaum Mehrwerte. Denn unterschiedliche Abteilungen haben verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen an die Prozessgestaltung, so dass nicht alle Betriebsumgebungen gleichermaßen zu bedienen sind.

Fazit: Der Einsatz der Agilen Optimierung erfolgt gezielt sowie punktuell für ausgewählte Unternehmensprozesse. Vor allem in Bereichen, in welchen komplexe Planungsaufgaben, regelmäßige kurzfristige Störungen und hoher Zeitdruck an der Tagesordnung stehen, kommt die Agile Optimierung zum Einsatz.

„Bei hoher Komplexität und vielen unvorhergesehenen Ereignissen, ist ein punktueller Einsatz der Agilen Optimierung effizient!“
(Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare digital managen)


Interaktiv Entscheidungen treffen: Mensch und Maschine arbeiten im Team 

Dass moderne Technologien einen disruptiven Wandel eingeleitet haben, beherrscht die gegenwärtigen Debatten der Industrie, Wissenschaft und Politik. Die Frage, was die Digitalisierung für Unternehmen, Märkte und die Gesellschaft bedeutet, wird immer wichtiger.

Kleine Störung, große Wirkung

Nicht nur die großen, sondern vor allem die Summe vieler kleiner Störungen, wie Maschinen- und Personalausfälle, Materialschäden oder Verspätungen, schaden den zunehmend vernetzten und voneinander abhängigen Unternehmen gewaltig. Doch wegen der umfassenden Veränderungen durch die Digitalisierung gehen diese kleinen, alltäglichen Störungen im Tagesgeschäft des Managements oft unter. Das kann fatale Folgen haben, besonders in einer Welt der regelmäßigen Veränderungen, in der gleichzeitig konstantes Wachstum, Effizienz und Umsatzsteigerung die höchsten Unternehmensziele darstellen.

Kleine Störungen treten Lawinen los

Eine auf den ersten Blick insignifikante Störung kann eine regelreche Lawine auslösen: 

  • Die einzelnen Stationen entlang einer Wertschöpfungskette sind in ihrer Arbeitsteilung stark vernetzt und terminlich voneinander abhängig.
  • Zusätzlich erschweren zunehmende individuelle Kundenbedürfnisse und die Forderungen nach einer ständigen Artikelverfügbarkeit die Planung.
  • Externe Faktoren, wie volatile Märkte und die allgegenwärtige Beschleunigung der Geschäftswelt, erhöhen die Komplexität und den Zeitdruck.
  • So ist eine kurzfristige Planungsänderung hier oftmals der Auslöser für eine „Kettenreaktion in der Supply Chain. Ist ein Auftrag verspätet, verzögern sich oft auch die folgenden, da alle verfügbaren Ressourcen zur Lösung des Problems im Einsatz sind. Betroffen sind dann häufig alle Stationen entlang der Wertschöpfungskette.
  • Die Konsequenz: Die Termintreue und Kundenbeziehung nehmen massiven Schaden.

Was bleibt? Ein Geflecht aus Abhängigkeiten, das Änderungen im Plan kaum verzeiht. Um selbst im Störungsfall sofort mit einer optimalen Entscheidung agieren zu können, müssen aber Tausende von Handlungsoptionen in Sekundenschnelle evaluiert werden – für das menschliche Gehirn unmöglich.

„He that will not apply new remedies must accept new evils: for time is the greatest innovator.“
(Francis Bacon, Englischer Philosoph)

Mensch-Computer: Hand in Hand

Algorithmen bewerten in hochvernetzten Betriebsumgebungen um ein Vielfaches schneller als Menschen – und unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren – alle möglichen Lösungen eines Problems. Agile Optimierung basiert darüber hinaus auf dem Prinzip der Interaktivität zwischen Mensch und Maschine.

Der Mensch ist gleichermaßen in den Optimierungsprozess eingebunden, indem er seine Erfahrung im operativen Management für ein optimales Ergebnis einbringt. Zum einen kann er auf einer hohen Planungsebene, beispielsweise auf globaler Ebene des Kundenauftrags, Prioritäten vorgeben. Zum anderen können Systemvorschläge von Hand bearbeitet und verbessert werden, wenn nicht alle Faktoren für eine Entscheidung zu Beginn definiert werden konnten. Das Zusammenspiel von menschlicher und computergestützter Entscheidungsintelligenz liegt demnach nahe, um den komplexen operativen Managemententscheidungen gerecht zu werden.

·        Fazit: Die Strategie der Agilen Optimierung auf dem Prinzip der Interaktivität mit dem operativen Entscheider, auch wenn mathematische Algorithmen den intuitiven Bauchentscheidungen in vielen Szenarien weit überlegen sind. Denn schließlich trifft der Mensch am Ende die Entscheidung – auch wenn die Kraft seiner Wahl mit dem Einsatz von intelligenten Optimierungsalgorithmen enorm wächst.

„Agile Optimierung zielt darauf ab, dass Mensch und Maschine gemeinsam konkrete Entscheidungen modellieren, simulieren und schließlich umsetzen.“
(Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare digital managen)


Datengold: 4 Stufen analytischer IT-Systeme

Daten sind die aktuell wertvollste Währung der Industrie und Grundlage für jede Optimierung. Da Unternehmen bereits über eine bestehende IT-Infrastruktur verfügen, werden die Computersysteme zur Agilen Optimierung in die IT-Landschaft integriert und können so auf den bereits strukturierten Datenschatz zugreifen.

Die alleinige Integration und Analyse von Daten reicht für einen Wettbewerbsvorteil jedoch noch nicht aus. Erst die Auswertung und der geschickte Umgang mit den Daten legen den Grundstein für eine optimale und effiziente Weiterentwicklung des Unternehmens. Hierzu bedienen diese sich vier Stufen von Analytics-Systemen, an deren Spitze die Optimierung steht.

  1. Descriptive: Die Frage nach dem „Was“ und „Wie“ beantworten beschreibende Systeme, zu welchen meist ERP-Systeme zählen. Deren Aufgabe ist es, Daten zu verwalten, zu verteilen und zu integrieren.
  2. Diagnostic: Systeme für Big Data und Business Intelligence gehen dem „Warum“ nach. Sie analysieren die Daten, um neue Erkenntnisse und Wissen daraus zu ziehen.
  3. Predictive: Vorausschauende Systeme, sogenannte Prognosesysteme, wagen sich bereits an einem Blick ins Ungewisse und reflektieren das Wissen aus vergangenen Daten in die Zukunft. Dabei ignorieren sie allerdings, dass die Herausforderung im operativen Management nicht fehlendes Know-How ist. Es ist vor allem der Zeitdruck in Entscheidungssituationen und Störungen, der Manager im Tagesgeschäft herausfordert.
  4. Prescriptive/ Optimierung: Die letzte Stufe repräsentieren IT-Systeme, die verfügbare Daten in konkrete Handlungsempfehlungen transformieren und somit die jeweilige Situation optimieren. Die Agile Optimierung ist in dieser Kategorie einzuordnen. Basierend auf der Interaktivität mit dem Menschen schafft sie die Grundlage für eine optimale Entscheidungsfindung.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Agile Optimierungssysteme liefern konkrete Planungs- und Handlungsempfehlungen für den operativen Entscheidungsprozess. Sie arbeiten auf Basis von Operations Research, Fuzzy Logic und Machine Learning.

Fazit: Entscheider erzielen – basierend auf intelligenten Tools – mit der Strategie der Agilen Optimierung unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren und Kausalitäten das bestmögliche Gesamtergebnis innerhalb kürzester Zeit.

„IT-Systeme zur Agilen Optimierung transformieren die verfügbaren Daten und das Wissen der Disponenten in konkrete Handlungsempfehlungen, optimiert für die jeweilige Situation!“
(Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare digital managen)


Praktisch gut – Agile Optimierung in der Industrie 4.0

In über 1.000 Unternehmen hat sich der Management-Ansatz der Agilen Optimierung bereits bewährt:

Agile Optimierung im Supply Chain Management:
Kaum eine Aufgabe spiegelt die Dringlichkeit einer Agilen Optimierung so facettenreich wider, wie die Steuerung der Wertschöpfungskette. Vertrieb, Produktion und Beschaffung haben das gemeinsame Ziel, dem Kundenanspruch an individuellere Produkte und sofortiger Verfügbarkeit gerecht zu werden. Mit dieser Vielzahl an unterschiedlichen Akteuren (Lieferanten, Sublieferanten, Groß- und Einzelhandelsunternehmen) können sich diese Lieferketten zu enormen Netzwerken verbinden – und so die Komplexität steigern. Agile Optimierung bietet:

  • Zuverlässige Absatzprognosen am volatilen Markt
  • Ein ausgewogenes Bestandsmanagement
  • Optimale Kapazitätsauslastung in Echtzeit
  • Eine integrierte, optimierte Planung des gesamten Prozesses

Agile Optimierung in der Logistik: 
In jedem Prozess wimmelt es von Aufgaben, bei denen vielerlei Ressourcen mit interdependenten Qualitäten innerhalb einer Kette zur rechten Zeit am rechten Ort angelangen müssen: interne sowie externe Transporte, Umschlaglogistik in Containerterminals und Verteilzentren oder die Bodenabfertigung von Flugzeugen. Die Planung bietet hier Angriffsfläche für Störungen. Hinzu kommt, dass hier enormer Zeitdruck auf eine große Entscheidungsvielfalt trifft – ohne technische Hilfe ist die Koordination der Planung, Umsetzung und Kontrolle kaum zu bewerkstelligen. Agile Optimierung bietet:

  • Eine optimierte Planung und Durchführung von Güterbewegungen
  • Automatisierte Prozessanalysen und die kostenoptimale Steuerung von Spitzen
  • Sicherung der Prozessstabilität, Chancen für Kostensenkungen und Effizienzgewinn

Agile Optimierung in der Produktion und Montage: 
Fertigende Betriebe setzen sich tagtäglich mit vielen Limitationen auseinander: Lagerraum und Fachkräfte, Materialien, Verpackungen oder Maschinenkapazitäten sind nur begrenzt vorhanden. Mit zunehmenden Unplanbarkeiten und steigender Komplexität kommt nun die Agile Optimierung in den vielschichtigen Fertigungsnetzen zum Einsatz. So können Prozesse und Abteilungen untereinander vernetzt werden, was die Erreichung des Unternehmensziels unterstützt. Agile Optimierung bietet:

  • Eine marktsynchrone Fertigungsplanung
  • Agilität selbst bei der Produktion der Losgröße 1
  • Die optimale Abstimmung unzähliger Fertigungsschritte

Agile Optimierung in der Betrugsprävention: 
In Zeiten der Digitalisierung gilt es nicht nur, Daten zu sammeln und auszuwerten, sondern diese auch zu schützen. Angesichts der unzähligen Finanztransaktionen über Kreditkarten sowie Online- und Mobile-Banking, überall und zu jeder Zeit, ist der Schutz vor Betrugsversuchen für Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister essenziell. Agile Optimierung bietet:

  • Selbstlernende Systeme, die Betrugsmuster in Daten erkennen
  • Effiziente Schutzmechanismen in Echtzeit
  • Betrugsprävention und Risikomanagement im komplexen Umfeld

Im Buch zur Strategie „Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare digital managen“ illustrieren 14 Unternehmen unterschiedlichster Branchen, wie der digitale Transformationsprozess und die Stabilisierung ihrer Prozesse durch die Agile Optimierung in ihren Betrieben verlaufen sind.


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