Agile Optimierung im Supply Chain Management

Agile Optimierung im Supply Chain Management

Adrian Weiler

Adrian Weiler

Geschäftsführer INFORM GmbH

Volatile Markttrends, komplexe Netzwerke und hohe Kundenerwartungen, wie individuelle Produkte bei sofortiger Verfügbarkeit, prallen im Supply Chain Management aufeinander. Sie stellen Planungsverantwortliche vom Verkauf bis hin zur Beschaffung vor Herkulesaufgaben. Die Management-Strategie der Agilen Optimierung setzt hier an und verleiht dem Supply Chain Management die nötige Resilienz, um mit Unsicherheiten entlang der Prozesskette effizient umzugehen.

Herausforderungen komplexer Lieferketten

Aufgabe des Supply Chain Managements ist es, das diametrale Spannungsverhältnis zwischen Marktimpulsen und Planung zu überwinden. Denn während die Wertschöpfung der Produkte entlang der Prozesskette zunimmt, signalisiert der Markt permanent neue Bedarfe. Je öfter und stärker diese Signale schwanken, umso schneller müssen sich die gesamten Planungsprozesse anpassen.

Doch damit nicht genug: Auch durch die umfassende Vernetzung der globalen Lieferketten steigt die Komplexität der Planung:

  • Die Standorte der Lieferanten fächern sich weltweit auf und bedienen sich ihrerseits mehrerer Sublieferanten. Selbst einzelne Produktionsschritte werden an externe, spezialisierte Partner abgegeben.
  • Ähnlich sieht es bei der Distribution aus: Je nach Branche besteht hier ein komplexes Geflecht aus Groß- und Einzelhandelsunternehmen, die unterschiedliche Käufergruppen mit unterschiedlichen Bedarfen beliefern. Dabei sind die einzelnen Akteure und Partner in diesen Netzen eng miteinander verbunden.
  • Auch kleine Störungen führen in diesem engmaschigen Geflecht zu erheblichen Verwerfungen in der Planung.

Mehr Resilienz durch Agile Optimierung

Um diesen Unsicherheiten in der Supply Chain entgegenzuwirken, bedarf es einem Mehr an Resilienz in den einzelnen Unternehmensprozessen. Die Agile Optimierung unterstützt das Supply Chain Management an dieser Stelle, die unterschiedlichen Einzelprozesse zu stabilisieren.

Agile Optimierung versetzt Unternehmen in die Lage, die tatsächlich vorhandenen Kapazitäten im Fall einer Störung erneut optimal einzuplanen – in Echtzeit. So bietet sie die geforderte Stabilität im Prozess.

Quelle: Agile Optimierung in Unternehmen: Das Unplanbare Digital managen. (2018)

Was bedeutet die Agile Optimierung für die einzelnen Bereiche des Supply-Chain-Managements?

  • Zuverlässige Absatzprognosen im volatilen Markt
  • So viel Bestand wie nötig, so wenig wie möglich
  • Kapazitäten optimal nutzen
  • Eine integrierte, optimierte Planung des gesamten Prozesses
  • Praxisbeispiele zeigen, wie es funktioniert

Absatzplanung: Zuverlässige Prognosen und volatile Märkte

Die Absatzplanung ist Dreh- und Angelpunkt des Supply Chain Managements, da sich gute wie schlechte Prognosen im gesamten Netzwerk fortsetzen. Sie prognostiziert reelle Verkaufschancen und stellt damit sicher, dass Beschaffungs- und Produktionsabläufe effizient, zuverlässig und kostengünstig bleiben.

Doch durch die immer volatileren Märkte, besonders im Bereich Konsumgüter, geraten Planungsverantwortliche stärker unter Druck. Mit der Interaktivität von algorithmischer Intelligenz und menschlicher Expertise sorgt Agile Optimierung für die nötigen verlässlichen Absatzprognosen. Die Algorithmen planen aufgrund von Vergangenheitsdaten und unter Einbeziehung externer und interner Planungsfaktoren. Der erfahrene Disponent liefert den strategischen Rahmen sowie zusätzliche Informationen außerhalb der erfassten Parameter.

Bestandsmanagement: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Oberstes Ziel des Bestandsmanagements ist es, Bedarfe zu erkennen und die Verfügbarkeit der Produkte zu garantieren. Dabei gilt:

  • Das teuerste Material ist jenes, welches zum Bedarfszeitpunkt nicht verfügbar ist.
  • Das zweitteuerste Material ist ein verfügbarer Lagerbestand, der gar nicht benötigt wird und Kapital unnötig bindet.

Gerade bei wachsenden Sortimenten und kurzen Produktlebenszyklen erweist sich dieser Spagat als schwierig; bietet die Planung häufig kaum Bedarfssicherheit pro Artikel. Mit mathematischen Algorithmen verbessern agile Optimierungssysteme die Prognosequalität wesentlich. Das bedeutet, dass Verfügbarkeit auch durch ein geringeres Bestandsniveau möglich ist. Die Algorithmen berechnen außerdem, welcher Artikel zu welchem Preis wann bei welchem Lieferant bestellt werden soll oder disponieren automatisiert. Durch die Entlastung von Routinetätigkeiten kann sich der menschliche Disponent hingegen verstärkt strategischen Aufgaben zuwenden.

Kapazitäten optimal nutzen

Jede Supply Chain muss in der Realität mit begrenzten Kapazitäten auskommen. Für die Agile Optimierung ist es eine der häufigsten Aufgaben, in Echtzeit die bestmögliche, machbare Lösung mit den verfügbaren Kapazitäten zu berechnen. Sie versetzt Unternehmen außerdem in die Lage, die tatsächlich vorhandenen Kapazitäten selbst im Fall einer Störung erneut optimal einzuplanen ‒ in Echtzeit. So bietet sie die geforderte Stabilität im Prozess. Im Sinne einer integrierten Planung ist dies auch abteilungsübergreifend möglich, um die Unternehmensziele als Ganzes zu erfüllen.

Ein Blick in die Praxis: Agile Optimierung im Supply Chain Management

Wie die Agile Optimierung im Supply Chain Management unerwartete Störungen in die Schranken weist, zeigt die Erfolgsgeschichte des Naturkosmetikherstellers BABOR.

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